Mein Tagesklink-Tagebuch

Tag 4/14.03.19

Ein wirksames Heilmittel gegen Angst ist Milde.

Lucius Annaeus Seneca

Ein wirklich aufregender Tag, ein Tag an dem ich sogar bisschen stolz auf mich bin. Wir hatten heute Wahrnehmung, dass heißt, wir mussten ein Märchen nachspielen (Frau Holle). Ich hab den Ofen gespielt, hatte also wenig Text. War aber trotzdem mächtig, gewaltig, aufgeregt. Die Nacht zuvor schlecht geschlafen, früh kaum was gegessen. Aber was soll ich sagen? Hab´s gemeistert. 🙂 Wir alle hatten es wirklich gut gemacht. 🙂 In der Ergotherapie hab ich endlich mein Hatty Potter Bild fertig gemacht. Mein nächstes Projekt hat schon in meinem Kopf etwas Form angenommen, und zwar ein großes Bild von unserer Kirche. 🙂 Mal sehen wie es wird. Achso, Tanztherapie war auch noch, viel zu lachen gabs auf jeden Fall. Justine

Mein Tagesklink-Tagebuch

Tag 3/13.03.19

Alles ist schwierig bevor es leicht wird.

Saadi

Bin schon mit Gedanken an meine Ausbildung aufgewacht. Ich hasse es. 🙁 Ich muss mir echt eingestehen, hab die Ausbildung nur angefangen um meine Familie und Freunde stolz zu machen, und was hab ich jetzt davon? Bin wieder krank geworden und mit meiner beruflichen Zukunft wahnsinnig unglücklich. Soviel dazu! Was meinen Tag im allgemeinen betrifft, war er anstrengend, aber angenehm anstrengend. In der Ergotherapie konnte ich endlich mein Harry Potter Bild weiter machen, juhu. 🙂 Selbstsicherheitstraining war nicht ganz so mein Fall, war es aber noch nie. Danach war ich endlich mal beim Fitness, eine halbe Stunde aufm Laufband und 3 km gerannt. Abnehmen läuft. 🙂 Mittag war wieder mal lecker (Sarkasmus an) ;). Achso und wir hatten heute einen Ausflug zum Bismarkturm und zur Kurparkhalle in WIesenbad. Das war mal genau mein Ding, tausendmal besser als jede Beruhigungstherapie. 🙂 Justine

Mein Tagesklink-Tagebuch

Tag 2/12.03.19

Wer nicht täglich seine Furcht überwindet, hat die Lektion des Lebens nicht gelernt.

Ralph Waldo Emerson

Ein einfach unglaublich anstrengender Tag liegt hinter mir. Die Visite war die Hölle, wäre am liebsten aus den Raum gerannt und nie wieder gekommen. Was auch der Puls von 120 sehr deutlich macht. Meine Anspannung war so groß, dass ich gleich Kopfschmerzen bekommen hab. Das eine Ding hat quasi meinen ganzen Tag zerstört. Bei PMR (irgendeine Muskelentspannung) war an Entspannung gar nicht zu denken, deshalb mussten meine Finger wieder herhalten. Diese scheiß Gedanken an meine Zukunft und was nach der Tagesklinik kommt, machen mich so fertig und der Druck dem ich ausgesetzt bin, macht es auch nicht gerade besser.

Naja mal sehen was die nächsten Tage noch so bringen. Ist ja erst, die erste Woche, gebe also die Hoffnung noch nicht auf. Mich ärgert es nur, dass ich meine Gefühle nicht so offen zeigen kann, wie die anderen. Während sie vielleicht auch mal weinen, verstecke ich mich hinter meiner altbekannten lächelnden Maske, obwohl mir doch auch nach heulen zumute ist. Justine

PS: Ich hab geheult, aber wieder still und im Geheimen

Mein Tagesklink-Tagebuch

Tag 1/11.03.19

Meine Gefühlslage ist so zwischen „ist mir egal“ und „ich kann nicht mehr“

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Ja, den ersten Tag bzw. die ersten 5 Stunden hab ich geschafft. 10 Uhr Ankunft, mit einem Puls von 93, für meine Verhältnisse und in der Situation doch recht gut. Und ja, die Gruppe schneit mich zu akzeptieren, zumal ich schon zwei davon, mehr oder weniger kannte. Sogar ein Potterhead ist dabei, juhu!! 😀 Fing also schon mal gut an. Bis wir Gruppentherapie hatten und da stieg mein Puls auf 120. Konnte weder ruhig sitzen noch mich auf die anderen konzentrieren. Und was hab ich natürlich wieder gemacht? Vor lauter Panik und Angst an meinen Fingern gekratzt bis sie bluten. Ich hasse es 🙁 Aber noch was positives: in Sport konnte ich mich mal richtig auslassen, die ganze Angst ist das erste Mal seit Monaten mal weit nach hinten gerutscht.

Unterm Strich kann ich sagen das der erste Tag anstrengend war und hundemüde ins Bett gefallen bin. Justine

Mein Tagesklink-Tagebuch

Tag Zero 10.03.19, der Sonntag vor der Tagesklinik

Was heißt überhaupt „stark“ sein? Niemals aufgeben, oder es zu schaffen, dass niemand merkt, wie kaputt man eigentlich ist?

Morgen ist es soweit, erster Tag in der Tagesklinik. Ich muss ehrlich sagen, ich hab riesen Angst. Immer wieder gehen mir die gleichen Fragen durch den Kopf:

  • Wie wird der erste Tag werden?
  • Bekomme ich wieder eine Angstattacke und wenn ja, was mach ich dann?
  • Wird die Gruppe mich akzeptieren?

Mein Kopf wird wieder denken und denken, dass heißt für mich, es wird eine schlaflose und unruhige Nacht. Na mal sehen was auf mich zukommt. Obwohl ich das eigentlich schon wissen müsste, ist für mich ja schon die zweite Runde Tagesklinik, womit ich wirklich nie gerechnet hätte, aber manchmal kommt es halt anders als geplant.

Auf jeden Fall bis morgen, wenn ich den ersten Tag überstanden hab. Justine