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📖 Rezension zu „Alles, nichts, und ganz viel dazwischen“

Infos

Autorin: Ava Reed

Preis: 16,95 €

Verlag: Ueberreuter Verlag

Erscheint am: 15. Februar 2019

Seiten: 319

Klappentext

In jeder Dunkelheit brennt ein Licht. Man muss es nur finden!

Leni ist glücklich und liebt ihr Leben. Bis sich etwas in ihr verändert. Plötzlich führt jeder Gedanke in Lenis Kopf ein chaotisches Eigenleben und ihre Gefühle drohen sie zu überwältigen. Ganz tief in sich drin spürt sie etwas, das vorher nicht da war – Leere, Traurigkeit und unendlich viel Angst. Was ihr fehlt? Und wie erklärt man etwas, das niemand sehen oder verstehen kann? Am wenigsten man selbst…

Meine Meinung 

Was sagt es über einem Buch aus, wenn man schon bei der ersten Seite Tränen in den Augen hat? Ganz einfach, dass es wieder grandios geschrieben wurde und es eine emotionale Achterbahnfahrt werden wird.

Ich hab bei „Die stille meiner Worte“ schon viel geweint, aber dieses Buch übertrifft alles. Vielleicht deshalb, weil ich mich mit diesem Buch, mit dem Thema darin und mit der Protagonistin sehr gut identifizieren kann. Das Thema ist für mich mehr als aktuell: Depression & Angstattacken!

Leni wird von jetzt auf gleich, erst von Angstattacken und später von den Depressionen übermannt. Keiner weiß was mit ihr los ist, und was noch schlimmer ist, nicht mal sie selber. Sie rennt mit ihrer Mum von Arzt zu Arzt, und jeder sagt fast das gleiche: Es wäre einfach nur Stress und Prüfungsangst. Leni kann nicht mehr, niemand hat eine Ahnung was wirklich los ist. In einem Tagebuch (Emma junior), dass sie von ihrer besten Freundin Emma bekommen hat, schreibt sie all ihre Gedanken und Gefühle rein. Auch die Diagnose, die sie von der letzten Ärztin bekommen hat, der Wimpernschlag, der alles verändern und zu einem Tsunami werden wird:

Depressionen. Die Diagnose lautet Depressionen…

Tagebucheintrag von Leni

Nur vier Worte, die nahezu ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen werden. Sie wird kämpfen, sie wird auch mal kurz die Hoffnung aufgeben, sie wird neue Freunde finden und über sich hinauswachsen, aber eines wird sie nie: ALLEIN sein.

Niemand geht es etwas an, warum du dünn bist oder kurvig, warum du braunes oder rotes, blaues oder blondes Haar hast, kurz oder lang, warum du Tattoos oder Piercings hast, warum du weinst oder lachst. Nur dich sollte es etwas angehen und nur du sollst damit zufrieden sein müssen. Deine Meinung ist die einzige, die zählt, wenn du morgens in den Spiegel blickst, und sie sollte lauten: Du bist schön und klug, du bist wertvoll und wunderbar.

Alles, nichts und ganz viel dazwischen Seite 206

Mehr möchte ich von Leni und ihrer Geschichte nicht erzählen, da das Buch ja noch nicht erschienen ist, aber eins kann ich sagen, ohne zu Spoilern: Leni ist bereit zu kämpfen.

Fazit 

Meine Bescheidene Meinung: Ava Reed hat sich wieder selbst übertroffen. Ein Buch das meine Erwartungen mehr als gesprengt hat, es spiegelt fast 1 zu 1 mein Leben wieder. Absolute Leseempfehlung!!

Für mich geht es jetzt weiter mit „Animas Academy, der heimliche König von Aldemar“ von C.R. Grey.

Nachtrag 

Meine Meinung zu dieser Krankheit als Betroffene

Ich bin selber von Depressionen und Panikattacken betroffen, und ich muss sagen: Ich hasse meine Krankheit, ich hasse sie abgrundtief, weil sie mir mein Leben so schwer macht. Dieser Moment. wenn Scherben vor dir liegen, die einmal dein Leben waren, und du nicht weißt wie du sie wieder zusammensetzen sollst. Du einfach keinen Antrieb mehr findest zu leben. Dich aber trotzdem weiter durch kämpfst, aber Angst hast, dass der Kampf niemals enden wird. Die Angst vor der Angst!! Dann denkst du einfach nur, warum ich? Warum muss gerade ich da durch? Womit hab ich das nur verdient? Wenn das Leben zum Kampf wird, fängt man verzweifelt an, sich an jeden Strohhalm zu klammern. 2015 war, was das betrifft, für mich das schlimmste Jahr aller Zeiten, jetzt muss ich, 4 Jahre später wieder eine Therapie machen und meine Ausbildung als Bäckerin unterbrechen. Die Angst davor, was nach der Therapie kommt, ist ständig da. Aber wirst ihr was? Um Leni zu zitieren: Ich bin bereit. Ich werde kämpfen. Ich werde gesund werden!!

Dieses Buch hat mir mehr Hoffnung gegeben, als es sonst irgendjemand oder irgendwas könnte.

An alle die auch betroffen sind:Gebt die Hoffnung nicht auf! Es wird immer einen Grund geben zu kämpfen! Ihr seid wertvoll! 

An unsere Gesellschaft da draußen: Nur weil man Depressionen nicht sehen kann, heißt es nicht, es sind keine Krankheiten!! Es darf kein Tabuthema mehr sein!!! 

Kämpfen wir gemeinsam, unser Leben ist es wert!

Bis dahin, wir lesen uns, eure Justine.